Unwort des Jahres 2009: “Betriebsratsverseucht”
Seit 1991 wird von einer unabhängigen Jury aus Sprachwissenschaftlern das Unwort des Jahres gewählt. In diesem Jahr drehte sich die Diskussion eindeutig um das Arbeitsrecht. Und so wird es wohl auch nur wenige wundern, dass es “betriebsratsverseucht” zum Unwort des Jahres geschafft hat.
Obwohl ich muss gestehen, ich hatte das Wort vorher noch nicht gehört (wahrscheinlich, weil ich selbstständig bin
). Liest man sich die Erklärung durch, kann man aber gut verstehen, dass dies ein absolutes Unwort ist.
“Betriebsratsverseucht” tauchte angeblich in der ARD-Sendung Monitor auf, als ein Mitarbeiter eines Baumarktes von den Zuständen dort berichtete. So bezeichnen anscheinend Abteilungsleiter Mitarbeiter, die von einer Filiale mit Betriebsrat in eine ohne wechseln wollen. Die Wahrnehmung von Arbeitsinteressen als Seuche zu bezeichnen, sei, laut der Jury, ein sprachlicher Tiefpunkt im Umgang mit Lohnabhängigen.
Zur Auswahl standen außerdem “Flüchtlingsbekämpfung” und “intelligente Wirksysteme” für hochentwickelte Munitionsarten. Ohne Worte…
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