Strom wird 2011 teurer
Es gibt Experten für den Strommarkt, die für Deutschland 2011 eine Strompreiserhöhung von mehr als zehn Prozent vorhersagen. War das nicht im Vorjahr schon ähnlich und wann hört diese Preisspirale endlich auf sich weiterzudrehen? Die allgemeinen Preissteigerungen liegen doch weit unter zehn Prozent.
Sündenbock Solarstrom
Solarstrom macht unseren Strom so teuer! Alle Subventionen, die der Staat zur Förderung von Solarstrom anbietet, kommen nicht aus dem Steuersäckel, sondern werden im Umlageverfahren über den Strompreis finanziert. Und durch die Förderung erleben wir eine deutliche Steigerung beim Bau neuer Solaranlagen. Gab es 2009 noch einen Zuwachs von 3.800 MW, werden es 2010 rund 9.000 MW und für 2011 wird mit bis zu 20.000 MW gerechnet.
Ein Kilowatt Strom aus einer Solaranlage kaufen die Energielieferanten zu einem gesetzlich vorgeschriebenen Subventionspreis von rund 40 Cent ein. Der Verkaufspreis liegt heute mit Mehrwertsteuer bei 20 bis 25 Cent je Kilowatt. Die Förderung für Solaranlagen läuft über einen Zeitraum von 20 Jahren. Der jährlich wachsende Kostenblock, der zu einer starken und langfristigen Teuerung bei unseren Strompreisen führt, wird erst eingefroren, wenn diese teure Förderung gestoppt wird.
Es wird immer wieder behauptet, dass die Betreiber von Solaranlagen hohe Gewinne einfahren. Das mag bei sehr großen kommerziellen Anlagen der Fall sein. Für den Privatmann, der sein Dach auf dem Eigenheim zur Stromerzeugung nutzt, ist ein Amortisationszeitraum von deutlich über zehn Jahren kein Geschäft. Eine größere Reparatur lässt die ganze Renditeerwartung platzen.
Politische Ziele
Vor dem Hintergrund der Klima- und Energiediskussionen haben wir alle begriffen, dass sich etwas ändern muss. Öl und Erdgas als Energielieferanten werden nicht mehr lange in dem gewohnten Maß zur Verfügung stehen. Auch Atombrennstoff wird uns bald ausgehen. Der Weg in die Solar- und Windenergie wird gezielt vorangetrieben. Diese Energieerzeugung ist teurer und wir brauchen einen höheren Energiepreis, um rechtzeitig neue Wege zu beschreiten. Daher wird die Förderung auch nur sehr zögerlich reduziert.
Was können wir tun?
Einen Teil der Kostensteigerung können wir durch einen geringeren Verbrauch kompensieren. Es ist absolut sinnvoll, Energie einzusparen. Der Rest belastet unsere immer dünneren Geldbörsen. Und das ist das eigentliche Problem. Hoffen wir, dass bei der fehlenden Transparenz bei den Preisberechnungen nicht zu viel Gewinn in den Taschen der Energiekonzerne landet.

