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Baby abstillen

Kaum eine Handlung vermittelt dem Baby so sehr das Gefühl geborgen und geliebt zu sein, wie das Stillen. Es dient von Anfang an nicht nur der Nahrungsaufnahme, sondern befriedigt auch das Bedürfnis nach Nähe und spendet Trost. Babys genießen es zu saugen, zu kuscheln und immer wieder den Blickkontakt mit der Mutter zu suchen. Auch weit über das vollendete erste Lebensjahr hinaus, kann Stillen dem Kind Halt und Kraft geben. Es profitiert nicht nur emotional, auch das Immunsystem wird bis zum Ende der Stillzeit stetig mit Abwehrstoffen unterstützt, daher ist es wichtig, den richtigen Zeitpunkt für das Baby abstillen zu finden.

Denn in jeder Mutter-Kind-Beziehung ist irgendwann der Zeitpunkt gekommen, zu dem es notwendig oder angebracht erscheint, das Baby abzustillen. Dabei muss der Wunsch nicht zwangsläufig von der Mutter ausgehen. Nicht selten sendet auch das Kind deutliche Signale, dass es die Stillbeziehung gerne beenden würde. Diese Signale aufmerksam wahrzunehmen und zu akzeptieren ist wohl die entspannteste Möglichkeit, um abzustillen. Zuvor sollte jedoch sichergestellt werden, dass das Baby tatsächlich alt genug ist, um ohne Muttermilch auszukommen und es sich nicht um einen Stillstreik handelt.

Möchte oder muss eine Mutter bereits vor dem vollendeten ersten Lebensjahr und gegen den Willen des Kindes abstillen, sollte sie sehr behutsam vorgehen. Das Baby braucht nicht nur Zeit, sich an die neue Nahrung zu gewöhnen. Es braucht auch einen Ersatz für die Geborgenheit und den Trost, welche es bis dahin beim Stillen fand. Es wird dem Baby helfen, besonders viel Zeit in den Armen seiner Eltern zu verbringen, viel gekuschelt und getragen zu werden. Rituale, wie etwa das Zubett-Bringen, welche bisher eng mit dem Stillen verknüpft waren, sollten für die Überganszeit vom Vater übernommen werden. Gelegentlich wird auch die Ersatznahrung vom Vater besser angenommen, als von der Mutter.

Ideal wäre es, wenn die Umstellung in eine möglichst ruhige Zeit fiele. Das heißt, wenn nicht gleichzeitig auch noch die Eingewöhnung in der Kinderkrippe oder eine Reise anstünde. Da jedoch selten alles dem Idealfall entspricht, ist es gut zu wissen, dass bis zum Ende der Stillzeit ein Anspruch auf Hebammenbetreuung besteht. Bei dem großen Schritt des Abstillens ist niemand auf sich allein gestellt. Mit Kompetenz, Erfahrung und Geduld hilft die Hebamme der jungen Familie, an dieser Aufgabe zu wachsen.

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